FROCS – FRIENDS OF THE CENTAURE SOCIETY

 

2. Treffen der

FROCS – FRiends Of the Centaure Society,

Centaure-Freunde & alle, die es werden möchten

Hofheim, 10. & 11. September 2011

 

Aktueller Stand der Centaure-Forschung – Entdeckungen und Erkenntnisse seit 18. Juli 2010

Präsentation 10. September 2011

 

1.  Regular New Model Armys

# Ungewöhnlicher RNMA 1. Variation, 2. Subvariation #11663 von 1972 aus Frankfreich:

Keine sichtbaren Seriennummern! Wie kam es, dass das Beschußamt von Lüttich diesen Revolver trotz fehlender Identifikation beschoß?

# Dank unserem FROCS 77 Sliding Horse konnten wir die Coppell-Klassifizierung für die RNMA’s um eine Variante erweitern:

Anläßlich des 1. FROCS-Treffens 2010 präsentierte Klaus Mumme mit #9036 diese bisher unbekannte 2. Subvariation der 2. Variation RNMA. Bis heute sind keine weiteren Exemplare dieser Subvariation bekannt.

RNMA 2nd variation

lowest # - year

highest # - year

Total

1st sub-variation

#1099:      1962

#3989:       1964

1,400

2nd sub-variation

#9036:      1969

#9036:       1969

40

TOTAL

 

 

1,440

Da die auf der Rückseite der Trommel eingeschlagene Nummer “36“ lautet, handelt sich hier nicht um einen der relativ häufigen RNMA 1. Variation mit Extra-Trommel mit

Centaure“-Seeschlachtgravur, sondern um eine eigenständige Variante.

Im Gegensatz zur 1. Subvariation mit dem auf den Hinterbeinen stehenden Centaur, Seriennummerbereich #1099 (1962) bis #3944 (1964), mit ca. 1400 Exemplare, ziert diese nun entdeckte 2. Subvariation aus dem Jahr 1969 das Logo mit gehendem Centaur.

 

2.  Civilian Models

# Die bisherige Zahl der hergestellten 1. Variationen von 500 Stück, die William Edwards 1962 in seinem Buch CIVIL WAR GUNs nannte, muß nach unten revidiert werden. Denn inzwischen wurde aus Dänemark der Civilian 2. Variation #C459 gemeldet (Fotos unten).

CREATOR: gd-jpeg v1.0 (using IJG JPEG v62), quality = 75

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Civilian Model

lowest # - year

highest # - year

Total

1st variation

#     C1:       1960

# C428:        1960

440

2nd variation

# C459:       1960

# C932:        1963

550

Presentation

#ENG C23: 1960

#ENG No 3: 1963

5

"Colterized"

#18618:      1963

#18618:        1963

5

TOTAL

 

 

1,000

Dank #C459 wissen wir nun, dass nicht 500, sondern nur ca. 440 Exemplare der 1. Variation des Civilians produziert worden sein können, zu Gunsten von ca. 550 der 2. Variation und 10 “Sonstigen“.

 

 

3.  Cavalry Models

# #F1000 (Foto) ist ein Geschenk von Sigmund Shore, Shore Galleries, Lincolnwood, IL, an Dr. Leon Michelle aus Swampscott, Mass. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist #F1000 die höchste Seriennummer eines Cavalry Models der 1. Variation.

Dr. Michelle war ein enger Freund von Shore. Dieser verehrte ihm dieses Set 1964 als Weihnachtsgeschenk, zum Dank für seine Unterstützung beim Verkauf einer der bedeutensten Sammlungen von Lugerpistolen- und Weltkriegs II-Erinnerungsstücken Anfang der 1960er in den USA.

Die in die Trommel eingeschlagene Nummer lautet 100044?! Warum die “44“ nach der “1000“?

Der Anschlagschaft trägt keine Nummer auf der Kolbenplatte, sie ist per Hand ins Koppelungsstück geritzt.

# Der bekannte Colt-Forscher Dennis Russell aus den USA widmet seine Arbeit vor allen Dingen der Erforschung von Colt-Perkussionsrevolvern der 2. & 3. Generation, entwickelte aber über die Jahre auch ein Faible für Centaure Cavalry Modelle.

Stock Description

Centaure

#F472

Centaure

#F651

Centaure

#F786

Centaure

#F802

Centaure

#F11166

Colt 2nd Gen

#208342

Colt 1st Gen

#4935

MADE IN BELGIUM stock

no S/N came with #F472

fits

fits

fits

fits

no fit

no fit

no fit

MADE IN BELGIUM stock

no S/N came with #F786

no fit

poor tight

fit

fits

poor tight

fit

no fit

no fit

poor loose fit

MADE IN BELGIUM stock

no S/N came with #F802

no fit

fits

no fit

Fits

no fit

no fit

no fit

Stock #F340

came with Centaure #F651

no fit

fits

fits

no fit

no fit

no fit

no fit

Stock #F11166

came with Centaure #F11166

poor loose

fit

poor loose

fit

poor loose

fit

poor loose

fit

fits

poor loose

fit

very poor loose fit

Stock #US2970

came with Colt Cavalry

Commorative

no fit

no fit

no fit

no fit

no fit

no fit

very poor loose fit

An Hand von Realstücken konnte er belegen, dass die Centaure Cavalry-Anschlagschäfte nur beim dazugehörigen Revolver passen und nicht austauschbar sind. Das Messing-Koppelungsstück des Anschlagschafts wurde bei FAUL dem jeweiligen Revolvergriff angepasst.

Das gilt analog für die Colts der 1. bis 3. Generation und vermutlich auch für die meisten italienischen Repliken.

Cavalry Model

lowest # - year

highest # - year

Total

1st st variation

 

 

1,000

# 1st st sub-variation

#F    1:      1960

#F1000:      1963

820

# 2nd sub-variation

#F126:      1961

#F  946:      1963   

150

# 3rd sub-variation

#F620:      1962

#F  620:      1962   

30

2nd variation

 

 

140

# 1st sub-variation

#F11117: 1971

#F11295:    1971

60

# 2nd sub-variation

#F11072: 1971

#F11226:    1971

80

"Colterized"

#888:       1961

# 8890:      1963

10

TOTAL

 

 

1,150

# Bei einer Analyse aller Cavalry-Modelle der 1. Variationen (7,5“-Lauf) in der Datenbank stellten wir fest, dass es nicht nur 2 Subvariationen (geflutete = 1. Subvariation, bzw. gravierte Trommel = 2. Subvariation) gibt, sondern mindestens 3! Erste Subvariationen: geflutete Trommel, ca. 6 mm vorstehendes viertes Schraubenpaar!

Üblicherweise mit angepasstem, aber nicht

unbedingt nummerngleichem Anschlagschaft, s. Foto unten #F12: 1. Variation, 1. Subvariation.

Zweite Subvariation (neu): geflutete Trommel, die Schraubenköpfe des 4. Schraubenpaars sind nicht vorstehend wie bei der 1. Subvariation, sondern entweder flach wie der Rahmen oder kaum vorstehend mit halbrundem Kopf. Bisher nur aus den USA und ohne Anschlagschaft bekannt!

Foto unten #F144: 1. Variation, 2. Subvariation – flacher Schraubenkopf

Foto oben #F946: 1. Variation, 2. Subvariation – halbrunder Schraubenkopf

Dritte Subvariation (ehemals 2. Subvariation): Trommel mit Stufe, “Centaure“-Seeschlachtgravur, Anschlagschaft.

# Bis zum März 2011, als Cavalry Model 2. Variation, 2. Subvariation #F11103 (unten) in Sinsheim “befreit“ wurde, waren Waffen dieser Variante nur mit nummerngleichem Anschlagkasten und aus den USA bekannt.

Dass #F11103 ohne Anschlagkasten und in originaler Präsentationsschatulle aus den frühen 1970ern gefunden wurde, bestätigt

a. Informationen von Peter Harlos (!) vom Dezember 2010, dass Fabriques d’Armes Unies de Liège häufig Lieferengpässe mit den Anschlagkästen für das Cavalry Model hatte

b. Deutschland mit dieser Variante auch ohne Anschlagschaft beliefert wurde. S. Abdruck der 4. Schaube im Stoff des Deckels, keine Kratzspuren eines Anschlagschafts auf dem Holzgriff.

Der zweizeilige Importeurstempel B HARLOS RIEDEN auf dem Griffstück neben MADE IN BELGIUM (Foto oben) belegt, dass FAUL diese Variante eben nicht nur in die USA, sondern auch nach Deutschland und an die Firma Bärbel Harlos verkaufte.

 

4.  Marshal Models: nichts zu berichten

 

5.  Pocket Army Models: leider nichts zu berichten

 

6.  Werksgravierte Centaure-Perkussionsrevolver

# Das erste Realstück des seltenen RNMA Super De Luxe #13446 (Fotos unten) in grün ausgeschlagener Präsentationsschatulle englischen Stils mit italienischem Zubehör konnte inspiziert und dokumentiert, aber leider nicht “befreit“ werden.

Die “Ringe“ vorn an der Trommel und an der Mündung sind mit Silberdraht ausgelegt.

# Die ersten 2 Realstücke des Marshal mit de Luxe-Werksgravur gab’s bei Egun 2010/2011: #12690 (Foto unten) mit originalen Holzgriffschalen und Medallion.

CREATOR: gd-jpeg v1.0 (using IJG JPEG v62), quality = 75

File written by Adobe Photoshop√¬® 4.0

#13654 (oben): die Elfenbeingriffschalen sind zweiteilig und nicht werksoriginal. Ein Vorbesitzer ließ sie nachträglich anbringen.

 

7.  ColterizedCentaures

# Aus den USA wurde uns das gravierte Cavalry Set #888 & 889 mit nummerngleichem Anschlagkasten, sowie der Civilian #ENG C23 gemeldet.

Dieses Trio von“colterizedCentauren kam im Rahmen einer Haushaltsauflösung im Mittelwesten zur Versteigerung. Dies sind die ersten “colterizedCentauren, die nicht aus der Sammlung Shore bzw. Edwards stammen. Der bekannte Colt-Restaurateur Thomas Haas scheint sie in den frühen 1960ern im Kundenauftrag gefertigt zu haben. Das Cavalry Set befindet sich inzwischen bei einem amerikanischen Centaure-Sammler.

Von oben nach unten: Cavalry #888, Anschlagschaft #888, Civilian #ENG C23, Cavalry #889

Die folgenden Fotos zeigen Details von #888 samt Anschlagschaft #888. Bei #888 handelt es sich um eine 1. Subvariation der 1. Variante des Cavalry Modells mit dem vorstehenden 4. Schraubenpaar.

Unten Detailaufnahmen von #889, eine 2. Subvariation der 1. Variation des Cavalry Modells: halbrunde Köpfe des 4. Schraubenpaares.

 

8.  Centaure Conversions – fertig gestellt 2010/2011

# Centaure Transitional Model, Kaliber .44 Colt “innengefettet“ startete seine Perkussionsrevolverkarriere als RNMA 1. Variation, 3. Subvariation #6981 1967 in Deutschland. 2007 fand er über Egun in Coltverpackung ein neues Heim bei einem bekannten Büchsenmachermeister im Land des Steinadlers!

Und so sieht #6981 nach der Convertierung durch Meister Karl Nedbal aus Vösendorf/Österreich in ein Colt Army Richards Transitional Model seit März d. J. aus. Natürlich ist das nicht nur eine Conversion für den Schaukasten, sondern auch ein Revolver für den regelmäßigen harten sportlichen Einsatz! Der Richards II hat das Kaliber .44 Colt „innengefettet“.

# Die beiden Centaure Marshal Long Cylinder Conversions (LCC), Kaliber .44 Colt “innengefettet” wurden als Marshal 1. Variation, 2. Subvariation mit den Seriennummern #12089 (oben) & #12067 (unten) 1972 in Belgien hergestellt und durch die Firma Bärbel Harlos nach Deutschland importiert.

Als #12067 bei Egun “befreit“ wurde, was der Revolver mit seinen malträtierten Schlossteilen allenfalls als Teileträger zu verwenden. Dank der liebevollen Bearbeitung durch den deutschen Büchsenmachermeister Klaus Mumme aus Königsbrunn macht er sich jetzt gut als Centaure LCC, oder (Foto unten)?

Das Pärchen soll mir zukünftig als Main Match-Revolver in der 1880ger Klasse beim BDS-Westernschießen dienen. Der erste Einsatz von #12089 erfolgte bereits bei der DM im August 2011.

Technisch gesehen sind die Colt Army Long Cylinder Conversions die Vorgänger des Colt M1871-72 Open Top, wurden wie dieser ursprünglich für die Patrone .44 Henry RF hergestellt!

Einblick in Centaure LCC #12089,“Klappenlos“ wie die seltenen Originale, die vermutlich in Mexico aus Colt-Surplusteilen hergestellt  wurden.

# Evolution der Centaure-Trommeln

Von links nach rechts: Perkussion, Thuer, LCC, Richards

 

10.  Sonstiges

# eine Reihe deutscher CAS-Schützen waren in der Saison 2010 und 2011 in der BDS 1870er Klasse mit Centauren als Main Match-Revolver mehr als erfolgreich!

# wenn die VwV des neuen WaffG in der aktuellen Form durchgeht, eröffnen sich damit die Möglichkeiten zum Aufbau einer Replika-Sammlung als „technisch-wissenschaftliche“ Sammlung, s. separater Tagesordnungspunkt.

 

WDN/15.09.11

® 2011 Wolf D. Niederastroth Hofheim/D