CENTAURE – DER BELGISCHE COLT ARMY 1959 BIS 1973

 

Der “1960 NEW MODEL ARMY” wie er wegen der Laufbeschriftung auch genannt wird, hat heute, mehr als 35 Jahre nachdem der letzte Revolver bei Fabriques d’Armes Unies de Liège (links Firmenlogo) hergestellt wurde, den Touch des Besonderen: nach Originalplänen aus Hartford, auf ausgemusterten Coltmaschinen aus dem 19. Jahrhundert in einer Auflage von unsgesamt nur 60.000 Exemplaren in Lüttich gefertigt, dazu in Topverarbeitung und aus extra hartem belgischem Stahl, deshalb Anfang der 1970er doppelt so teuer wie die italienische Konkurrenz.

So war es damals in einer bekannten Waffenzeitschrift jedenfalls zu lesen.

Auch in den einschlägigen US-Foren sorgten die Centennial Armys, wie die

Amerikaner sie nennen, während der letzten Jahre immer wieder für Gesprächsstoff, weil in diversen Diskussionsgruppen die belgische Fabrik mit der Herstellung von Colt M 1860 Armys der 2. Generation in Verbindung gebracht wurde. Für mich waren diese hübschen, häufig widersprüchlichen Storys der Anreiz, mit Hilfe von Realstücken, Publikationen und Zeitzeugen die Geschichte dieser inzwischen zu Sammlerwaffen erhobenen Perkussionsrevolver mit dem Zentaur-Logo auf der linken Rahmenseite zu erforschen, dabei Mythen und Wunschdenken von Fakten zu trennen.

Als ich im Sommer 2007 dieses Projekt mit freundlicher Hilfe von Waffenzeitschriften, Western- und Bürgerkriegsforen auf beiden Seiten des Atlantiks anstieß, war nicht absehbar, daß bis September 2009 Re-Enactors, Schützen und Sammler aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Luxembourg, Neuseeland, Österreich, Schweiz, Südafrika und den USA bereits auswertbare Daten von über 300 Centaure-Perkussionsrevolver melden würden, Internet und Emails machen’s möglich.

An dieser Stelle ein herzliches Danke schön für diese Unterstützung.

Die Überprüfung dieser 300+ Centaure-Daten, vieler hundert Fotos (rechts 3 Regular New Model Armys (RNMA’s) & 1 Marshal: Schätzchen eines deutschen Sammlers, hergestellt 1972/73 von oben nach unten, 1. #13913 RNMA 1. Variation/2. Subvariation, 2. #14219 RNMA 6. Variation/2. Subvariation, 3. #14222 RNMA 6. Variation/2. Subvariation, 4. #12150 Marshal 1. Variation), alter Anzeigen und Kataloge, Fachartikeln in deutschen, französischen, niederländischen wie

US-Publikationen und Sachbücher aber auch Vermessen erbrachte unerwartete Erkenntnisse. Aufschlussreich war die Geschichte der Waffendynastie der Hanquets aus Lüttich, die mir die letzte Geschäftsführerin von Fabriques d’Armes Unies de Liège (FAUL), Nadine Hanquet, zur Verfügung stellte. Sie belegt z. B., daß die Familie Hanquet bereits seit 1796 im Waffengeschäft tätig war und im April 1853 zusammen mit einem Büchsenmacherkonsortium aus Lüttich einen Lizenzvertrag mit Samuel Colt höchstpersönlich zwecks Herstellung seiner Perkussionsrevolver abschloß. Dieser Vertrag wurde nie gekündigt...

 

FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN!

Die schlechten Nachrichten zuerst: FAUL, der ehemalige Hersteller dieser belgischen Colt Armys, wurde 1992 verkauft, Firmendokumente existieren nicht mehr. Beschußamt (Banc d’Epreuve) und Waffenmuseum (Musèe d’Ames) von Lüttich zeigten freundliches Verständnis für meine Forschung, aber Fehlanzeige in Sachen Fakten und alte Dokumente.

RNMA #11842 Presentation-Werksgravur, Elfenbeingriff Deutschland

Ähnliches gilt leider auch für die ehemaligen deutschen Importeure und Händler wie den US-Importeur und Haupthändler, Centennial Arms Corp. Chicago, IL. William “Bill“ B. Edwards, anerkannter wie auch umtriebiger Colt- und Bürgerkrieghistoriker, hatte die Herstellung dieses Revolvers 1958/59 bei FAUL auf den Weg gebracht und in den den ersten Jahren regelmäßig vor Ort in Lüttich begleitet. So erhielten z.

B. die bekannten Re-Enactors der North-South Skirmish Association Inc. (www.n-ssa.org) rechtzeitig von den Hundertjahrfeierlichkeiten zum US-Bürgerkrieg 1961 – 1965 ihre belgischen Army-Nachbauten und konnten endlich die wertvollen Colt-Originale schonen.

Was also sind die wesentlichen Fakten, wo aber war der Wunsch der Vater der Gedanken in der spannenden Geschichte der belgischen Colt Armys, zu der auch eben dieser Lizenzvertrag zwischen 7 Lütticher Büchsenmachern und Waffenmanufakturen und Samuel Colt gehört? Es fängt schon mit dem Namen an: in Europa nennt man den belgischen Colt Army Centaure, wegen seines Zentaur-Logos vorn links auf dem Rahmen, auf der anderen Seite des Atlantik kennt man ihn als Centennial Army, nach US-Importeur und Haupthändler Centennial Arms Corporation, Chicago.

Nachdem der nämliche Bill Edwards, inzwischen Manager bei Centennial Arms, zusammen mit Val Forgett von Navy Arms, USA, in der 2. Hälfte der 1950er mit Hilfe von Aldo Uberti in Gardone, Italien, die Produktion der ersten Colt 1851 Navy- und Remington 1858 Army-Replikas realisiert hatte, wollte er die Lücke im Perkussionsrevolvermarkt mit dem bis dato nicht existierenden Nachbau des Colt 1860 Army für den US-Markt schließen. In den Herren Paul Hanquet Jr. and Albert Hanquet, Cousins, Leitern und Inhabern der Fabriques d’Armes Unies de Liège, fand er schließlich seine Idealpartner für dieses Projekts.

FAUL-Firmenschild in der Rue Trappe 22, Lüttich zur Zeit der Centaure-Produktion

Daß FAUL aber nicht nur ein reputierlicher Hersteller hochwertiger moderner Jagdwaffen mit langjährigen Erfahrungen in Produktion von Perkussions- und Steinschloßwaffen war, sondern mit dem berühmten Colonel aus Hartford eine gemeinsame Vergangenheit aus dem 19. Jahrhundert hatte, stellte sich erst später heraus...

 

Nach derzeitigem Kenntnisstand stellte Fabriques d’Armes Unies de Liège zwischen 1959 und 1973 weniger als 16.000 Centaure-Perkussionsrevolver in 5 Modellen her. In dieser Zahl von insgesamt nur 15.910 Centauren (!) sind auch die zwischen 1971 - 73 werksgravierten RNMA’s und Marshal-Modelle im de Luxe-, Super de Luxe- und Presentation-Stil mit nicht mehr als 170 Exemplaren enthalten.

Bis auf kurzläufigen Marshal-Modelle und werksgravierte Revolver trugen die Laufoberseiten der übrigen vier Modelle samt deren Variationen und Subvariationen Rollgravuren mit einer der folgenden Beschriftungen:

“1960 NEW MODEL ARMY”

“1960 NEW MODEL ARMY”    CENTENNIAL TRADE MARK

CENTENNIAL TRADE MARK   “1960 NEW MODEL ARMY”

Von 1961 - 1963 sind Centauren mit der Laufbeschriftung

“1960 NEW MODEL ARMY”     CENTENNIAL TRADE MARK CHICAGO U.S.A.

aus den USA und Neuseeland bekannt, hergestellt für den US-Haupthändler Centennial Corp., Chicago, IL, USA.

RNMA #11851 werksgraviert im de Luxe-Stil, Centaure-Medallion im Griff Deutschland

 

 

MODELLE, VARIATIONEN UND SUBVARIATIONEN

1. Modell oder Regular New Model Army (RNMA): 8“-Lauf, 3-Schraubenrahmen, Einfräsung im Stoßboden und häufig auch im Griffboden für den Anschlagkasten.

Abzugsbügel aus Messing. Seriennummern ohne Präfix.

Es wurden ca. 13.330 Stück in 7 Variationen hergestellt.

 

RNMA 1. Variation: die glatte, abgesetzte Trommel und als Finish Lauf, Trommel, Griffrücken Brünierung, Rest buntgehärtet sind typisch.

RNMA 1. Variation/1. Subvariation #87 USA

Bisher sind 3 Subvariationen bekannt: frühe Revolver oder 1. Subvariation (ca. bis Seriennummer 950) ohne Centaure-Logo. Das größte Kontingent stellt die 2. Subvariation dar mit Logo und zusätzlicher Einfräsung für den Anschlagkasten im Griffboden, gefolgt von der 3. Subvariation ohne diese Einfräsung.

 

RNMA 2. Variation: Finish wie 1. Variation. Anstelle der “glatten“ Trommel jedoch eine mit Seeschlacht-Gravur ähnlich der auf den Colts Navy 1851 & 1861 oder Army 1860, jedoch mit weit weniger Hintergrunddetails

RNMA 2. Variation #1833 USA/Deutscland

Trommelgravur, Zeichen auf Lauf und Rahmen

(“Centaure“-Seeschlachtszene). Zwischen der Trommelgravur die Inschrift NEW MODEL 44. Diese RNMA’s kennen wir aus Neuseeland und USA.

 

RNMA 3. Variation: Trommelszene identisch mit denen von Ormsby auf den Colts 1851 und 1861 Navy und 1860 Army. Nahe dem Trommelrand befindet sich wie beim Original die Inschrift ENGAGED 16 MAY 1843. Diese Revolver sind bisher nur aus den USA bekannt. Wir unterscheiden 3 Subvariationen: bei der 1. Subvariation (frühe Fertigung) lautet die Beschriftung der Trommelszene COLTS PATENT N° mit kompletter Seriennummer

RNMA 3. Variation/2. Subvariation #3408 USA

Trommelgravur, Zeichen auf Lauf und Rahmen

der Waffe (extrem selten). Das Gros stellen Revolver mit der Beschriftung CENTENNIAL zwischen der Trommelszene dar (2. und 3. Subvariation). Die 2. Subvariation hat die Einfräsung für einen Anschlagkasten im Griffboden, die bei der 3. Subvariation fehlt.

 

RNMA 4. Variation: kam im üblichen Finish mit Brünierung und Bunthärtung. Anstelle der abgesetzten jetzt eine geflutete Trommel. Bisher nur aus Deutschland bekannt, selten.

RNMA 4. Variation #12043 Deutschland

Geflutete Trommel, Zeichen auf Lauf und Rahmen

 

RNMA 5. Variation: abgesetzte, glatte Trommel wie bei der 1. Variation. Anstelle von Brünierung und Bunthärtung der neue stainless Look, Hochglanz poliert, spezielle Oberflächenvergütung als Rostschutz. Diese Waffen sind nur aus Deutschland bekannt, extrem selten. Sie waren vermutlich ursprünglich ausschließlich für

RNMA 5. Variation #11867 Deutschland

Zeichen auf Lauf und Rahmen

Werksgravuren und Arbeiten externer Graveure vorgesehen. Nach Abschluß dieser Projekte wurden die wenigen Restbestände verkauft.

 

RNMA 6. Variation: stainless Look der 5., verbunden mit der gefluteten Trommel der 4. Variation, Hochglanz poliert, spezielle Oberflächenvergütung als Rostschutz. Diese Centauren wurden bisher nur in Europa gefunden. Die 1. Subvariation (selten) hat keine, die 2. Subvariation (relativ häufig) eine Einfräsung für einen Anschlagkasten im Griffboden.

RNMA 6. Variation/2. Subvariation #12966…

…von rechts & links Deutschland

 

RNMA 7. Variation: der Revolver, mit dem FAUL Waffengeschichte schrieb, denn dies ist der erste Perkussionsrevolver der Welt aus einer “pflegeleichten“ rostfreien Stahllegierung. Wie die 4. und 6. Variation mit gefluteter Trommel. Selten in den USA, einige wenige Waffen wurden in Deutschland gefunden.

RNMA 7. Variation #12305 Deutschland: die niedrigste bekannte Seriennummer eines stainless Centaure

Die bisher niedrigste bekannte Seriennummer eines rostfreien Centaure ist #12305 (Bj. 1972). Bei diesem Revolver lauten die in die Rückseite der Trommel eingeschlagenenen letzten 3 Ziffern der Seriennummer nicht wie sonst üblich “305“, sondern “105“. Das gilt übrigens auch für die inzwischen bekannten beiden folgenden

RNMA 7. Variation #12305...Ziffern auf Trommelrückseite 105 und nicht 305!

RNMA’s der 7. Variation #12306 und 12307: “106“ bzw. “107“. Bei späteren 7. Variationen des RNMA, z. B. #12736, lauten die Ziffern auf der Trommel erwartungsgemäß wieder “736“.

 

2.oder Civilian Model: 8“-Lauf, 3-Schraubenrahmen ohne Einfräsung im Stoßboden und Griffstück, versilberter Abzugsbügel und Griffrücken. Trommel mit “Centaure“-Seeschlachtszene und Stempel NEW MODEL 44.

Seriennummer mit “C“-Präfix. Es wurden insgesamt ca. 1.000 Stück in 2 Variationen hergestellt.

 

Die 1. Variation (#C1-< C489) trägt wie das Original aus Hartford am Trommelrand die Inschrift ENGAGED 16 MAY 1843. Auf “Empfehlung“ der mächtigen Ohio Gun Collectors Association wurde diese jedoch bei der 2. Variation nicht mehr angebracht. Damit sollte verhindert werden, daß Trommeln dieses Modells bei Fälschungen von originalen Colt Armys M 1860 Verwendung fanden.

Trommelansicht #C418

Civilian Model 1. Varation #C418 USA/Deutschland

 

3. oder Cavalry oder Wade Hampton Model: 4-Schraubenrahmen mit 7,5“ oder 8“-Lauf, Finish mit Brünierung und Bunthärtung. Abzugsbügel aus Messing. Die vierte Schraube dient als Gegenlager für den Anschlagschaft.

Wade Hampton Model benannt nach dem bekannten Südstaaten-General, der Samuel Colt das Design der im Vergleich zur abgesetzten angeblich stabileren, gefluteten Trommel nahelegte!

Anschlagschäfte waren häufiges Zubehör, meistens mit Seriennummer der Waffe oben auf der Kolbenplatte und unten am Kolbenhals. Kolbenhals und -platte waren aus Messing.

Seriennummern mit “F“-Präfix. Vermutlich wurden nicht mehr 1.020 Exemplare in 4 Varianten gefertigt.

Cavalry-Modelle mit originalem Anschlagschaft sind seltene Sammlerstücke, aber das Schießen damit macht einfach Spaß.

 

Daß FAUL dieses Modell überhaupt fertigen durfte, ist den Bemühungen der National Rifle Association (NRA) in den USA zu verdanken. Sie erreichte die Änderung einer Reihe nicht mehr zeitgemäßer Gesetze für Faustfeuerwaffen mit Anschlagschaft. Die 1. Variation hat eine geflutete Trommel. Sie wurde 1960 bis ca.

Cavarly Model 1. Variation #F802 mit nummerngleichem Anschlagschaft

1963 in weniger als 900 Exemplaren gefertigt.

Ca. 1962 folgte eine Kleinserie mit abgesetzter Trommel und Seeschlachtgravur, die 2. Variation mit nur etwas 20 Exemplaren. Diese beiden

frühen Variationen des Cavalry Modells stellen die einzigen Centaure-Vorderlader mit 7,5“-Läufen dar. Geliefert wurden sie meistens mit nummerngleichem Anschlagkasten, ganz selten in einer Präsentationsschatulle. Centennial Arms Corp., Chicago, der US-Importeur und Haupthändler von Fabriques d’Armes Unies de Liège, bot während der frühen 1960er diese Anschlagkästen auch separat an, zwecks Komplettierung einzeln gekaufter

Cavalry Model 1. Variation #F7 USA im Kasten

RNMA 2. Variation mit Anschlagkasten

Cavarly Revolver oder auch für RNMA’s. Trotz fehlendem 4. Schraubenpaar saßen sie auch bei RNMA’s stabil.

Cavalry Model 3. Variation #F11117 USA/Deutschland

1971 legte FAUL erneut 2 Miniserien des Cavalry Modells auf, wieder mit gefluteter Trommel, diesmal jedoch mit dem 8“-Lauf des RNMA. Bei der 3. Variation steht das 4. Schraubenpaar kaum vor. Diese Variante wurde vermutlich ohne Anschlagkasten geliefert und in nur 40 Exemplaren hergestellt.

Cavalry Model 4. Variation #F11166 USA mit nummerngleichem Anschlagkasten

Von der zeitgleich gefertigten 4. Variation wurden etwa 80 Stück mit nummerngleichem Anschlagkasten gefertigt: diese Variante verfügte wieder über das übliche vorstehende 4. Schraubpaar

 

4. oder Marshal Model: 5,5“-Lauf ohne Laufbeschriftung, geflutete Trommel, Stoßboden und Griffrücken mit Einfräsungen für einen Anschlagschaft.

Weißfertiges Finish (stainless Look). Abzugsbügel aus Messing.

Hergestellt wurden ca. 510 Waffen in 2 Variationen.

 

Im 19. Jahrhundert fertigte Colt keine Armys mit Lauflängen von weniger als 6,5”. Deshalb kauften Anfang der 1970er besonders gern Cowboys & Cowgirls diesen Marshal, die sich den populären Schnellziehwettkämpfen mit

2 x Marshal Model 1. Variation: oben #12089, unten #12067 Deutschland

Perskussionsrevolvern verschrieben hatten.

Die 1. Variation hat den 3-Schraubenrahmen. Von ihr wurden ab 1971 knapp 500 Stück gefertigt, ca. 40 davon als werkgravierte de Luxe-Modelle, die anstelle der gefluteten eine abgesetzte Trommel haben. Seriennummern liegen im gleichen Bereich wie die der RNMA’s.

Von der 2. Variation mit 4-

Schraubenrahmen (4. Schraube ohne Funktion mit “flachem“ Kopf) wurden 1971 vermutlich in nicht mehr als 20 Stück gefertigt. Interessanterweise befinden sich diese seltenen Varianten im gleichen Seriennummernbereich wie die Cavalry Modelle der 3. und 4. Variation, tragen ebenfalls über der Waffennummer das “F“ als Präfix auf dem Laufansatz. Man könnte sie also als kurzläufige Cavalry Modelle bezeichnen.

F-Präfix über 11510 am Laufansatz

Marshal Model 2. Variation #F11510 Belgien

 

5. oder POCKET ARMY MODEL: 4“-Lauf ohne Ladepresse. Finish mit Brünierung und Bunthärtung.

Diese Centaure waren in den USA Anfang der 1960er bis in die 1970er auf Sonderbestellung erhältlich. Bisher nur von Anzeigen bekannt.

 

Bereits während des Bürgerkriegs 1861 - 65 schätzten viele Soldaten Umbauten des Colt 1860 Armys zum potenten “Taschenrevolver“ ohne Ladepresse mit 2“ bis 4“-Stummelläufen. Häufig wurden diese Veränderungen von Colt Armys zu funktionellen Back-up-Waffen durch Büchsenmacher an der Grenze durchgeführt, bis hinein in die 1870er Jahre.

Wer also für Schnellziehbewerbe heute einen noch “schnelleren“ Revolver als den 5,5“igen Marshal will, sollte

Ende der 1950er/Anfang der 1960er waren in den USA Schnellziehwettbewerbe mit SAA’s populär. Vermutlich um an diesem Trend teilzuhaben, bot Centennial Arms Corp. einen 4“igen Centaure als Pocket Army an. Diese Variante ist nur von US-Anzeigen bekannt (links). Sie orientiert sich am Colt M 1862 Police in s. g. Trapperausführung. Zum Laden wird ein separater Messingstab benutzt.

Nach Auswertung alter Anzeigen wurden weniger als 100 Pocket Armys in 3 Variationen gefertigt: 1. Variation mit Civilian Rahmen und

Trommel mit “Centaure“- Seeschlachtgravur, 2. Variation ebenfalls Civilian Rahmen, aber gefluteter, 3. Variation RNMA-Rahmen und glatter, abgesetzter Trommel.

 

Zum Abschluß die Gretchenfrage, die uns Centaure- und Colt-Freunde seit Jahren gleichermaßen bewegt:

“Welcher Army-Perkussionsrevolver stellt die wahre 2. Generation dar, trägt mehr Gene der 1. Colt-Generation in sich:

# Centaure aus Belgien “1960 NEW MODEL ARMY“ (1959-1973) mit dem Lizenzvertrag von 1853

# Colt 1860 Army 2. Generation (1978-82) mit Wurzeln im italienischen Gardone?“

Gute Gründe für beide Thesen finden Sie...

 

...hier: auf der Centaure-Website www.1960nma.org in englischer Sprache.

 

WDN/22.10.09

® 2009 Wolf D. Niederastroth Hofheim/D